Die Betriebsform folgt dem konkreten Prozess
„Cloud oder On-Premise?“ lässt sich nicht seriös beantworten, ohne den Anwendungsfall zu kennen. Ein Assistent für öffentliches Produktwissen hat einen anderen Schutzbedarf als ein System, das Mandanten-, Gesundheits- oder Produktionsdaten verarbeitet.
Wann eine Cloud-Lösung sinnvoll sein kann
Cloud-Dienste bieten häufig einen schnellen technischen Einstieg, skalierbare Modelle und wenig eigenen Infrastrukturaufwand. Dafür müssen Auftragsverarbeitung, Datenstandort, Unterauftragnehmer, Protokollierung, Löschung und die Nutzung eingegebener Daten vertraglich und technisch geprüft werden.
Wann Self-Hosting oder On-Premise stark ist
Ein eigener Betrieb schafft mehr Kontrolle über Netzwerk, Datenhaltung und Modellzugriff. Er bedeutet aber auch Verantwortung für Updates, Monitoring, Backups, Kapazität und Störungsbehebung. Datenhoheit ist nur dann belastbar, wenn der Betrieb tatsächlich beherrscht wird.
Oft ist eine hybride Architektur sinnvoll
In vielen Projekten bleibt das führende System im eigenen Netz. Eine Middleware minimiert und pseudonymisiert Daten, erzwingt Berechtigungen und entscheidet, welche Aufgabe an welchen Dienst gehen darf. Sensible Dokumente können lokal verarbeitet werden, während unkritische Funktionen einen externen Dienst nutzen.
Eine praktische Entscheidungsmatrix
- Daten: Welche Kategorien, Geheimnisse und Personenbezüge sind betroffen?
- Integration: Wo liegen ERP, DMS, CRM oder Wissensbasis?
- Betrieb: Wer übernimmt Updates, Monitoring, Backup und Incident Response?
- Abhängigkeit: Sind Modelle, Daten und Schnittstellen austauschbar?
- Leistung: Welche Latenz, Verfügbarkeit und Hardware werden benötigt?
Fazit: Die beste Architektur ist nicht die mit dem stärksten Etikett. Sie ist die, deren Datenflüsse, Verantwortlichkeiten und Betriebskosten das Unternehmen langfristig nachvollziehen kann.